Friday, July 4, 2014

Hexagons von Hand ohne Papier nähen

 Here is the english version of this tutorial.
An meine deutschen Leser: ich dachte mir, daß ich diesen Post auch nochmal auf deutsch schreibe, da er vielleicht einige von Euch interessiert.
Wenn ich in letzter Zeit mein Hexie Projekt hier gezeigt habe, hatte ich ein paar Kommentare von Quiltern, die dachten, ich würde English Paper Piecing machen, oder die Teile mit der Maschine zusammen nähen.
Daher will ich Euch heute mal zeigen, wie ich es tatsächlich mache.
EPP mag ich nämlich überhaupt nicht. Irgendwie macht mich das total ungeduldig und versetzt mich in schlechte Laune. Das steife, knisternde Papier ist einfach nicht mein Ding, und ich finde auch, es dauert soo lange.
Da ich trotzdem ein entspanntes Handnäh-Projekt haben will, und nicht immer vor der Maschine sitzen mag, nähe ich die Hexies OHNE Papier von Hand zusammen:


Mein Vater hat mir diese tolle Fenster-Schablone aus ganz dünnem Sperrholz gemacht, aber mittlerweile kann man sowas auch aus Plastik in div. Größen kaufen.
Mit einem weichen Druckbleistift markiere ich die Näh- und die Schneidelinie.


  Wenn alle Hexies ausgeschnitten sind, arrangiere ich sie so, wie ich sie zusammennähen will.


Zum Handnähen braucht man nicht viele Utensilien. Es reichen ein Fingerhut, eine Stecknadel, eine Nähnadel, Faden und eine kleine Schere.
Beim Faden bevorzuge ich YLI Select, da der sich nicht verknotet und verdreht, und bei den Nadeln Roxanne #11 Sharps.
Einen Faden einfädeln, das Ende verknoten, und los gehts!

Nimm die ersten 2 Hexies, rechte Seiten zueinander, und stecke die Stecknadel ans Ende der Naht. 
Nie in die Nahtzugaben hinein nähen!
Fange am Anfang der Naht an und "lade" ein paar Stiche auf einmal auf die Nadel, mit einem simplen "rauf-runter-rauf" Vorstich. Versuche, möglichst kleine Stiche zu machen, aber trotzdem beide Stofflagen zu erwischen. Das braucht evtl. etwas Übung.

Achtung: ich bin Linkshänderin, deshalb sehen die Fotos für Dich evtl. spiegelverkehrt aus, wenn du Rechtshänder/in bist. ;-)


Etwa in der Mitte der Naht mache ich einen Rückstich für mehr Stabilität, und nähe dann direkt weiter bis zu Ende der Naht.
Nimm die Stecknadel heraus und vernähe den Faden.



  Am besten immer auch die andere Seite kontrollieren. Die Naht soll genau auf der Bleistiftlinie verlaufen.


  Mach weiter, bis Du die ganze Reihe von Hexies zusammen hast.


  Erst Reihen zu nähen, und die dann zusammen zu nähen, finde ich schneller, als jedes Teilchen einzeln an die langsam wachsende Blume zu nähen, aber das ist nur meine persönliche Vorliebe.


Nimm die ersten beiden Reihen, und stecke nur den ersten Teil der Naht zusammen. Dabei die Nahtzugaben in die andere Richtung streichen, damit sie nicht mit in die Naht geraten. Nähe diesen ersten Teil der Naht.

  Laß den Faden hängen, stecke den nächsten Teil, und nähe auch den.


  Mache so weiter, bis die zwei Reihen komplett zusammen genäht sind.


  Dann auch die anderen Reihen eine nach der anderen annähen, bis die Blume fertig ist.


  Bügle sie am besten sofort, denn es ist absolut langweililg und dauert eine Ewigkeit, alle Blumen auf einmal bügeln zu müssen.
(Ihr könnt Euch denken, wie ich das rausgefunden habe...)

Hier seht Ihr die gebügelte Rückseite. Ich habe festgestellt, daß auf diese Weise die Blume am flachsten liegt und die Nahtzugaben keine dicken Buckel machen.
Das war es auch schon! Eine Methode, Hexies schön gemütlich mit der Hand zu nähen, auch wenn Ihr EPP nicht mögt.
Tatsächlich sind ein Großteil der amerikanischen Grandmother's Flower Garden Quilts der 30er und 40er Jahre so entstanden, denn wie der Name EPP schon sagt, das war eher die englische Methode.
Sicherlich hat auch die Ihre Vorteile, vor allem bei sehr kleinen Teilen. Man muß beim Zuschneiden nicht so achtgeben, Hauptsache die Papierteile haben die richtige Größe.
Aber wenn man beim Nähen aufpasst, daß man auf der Linie bleibt, und nicht in die Nahtzugaben hinein näht, kann man auch ohne Papier gute Ergebnisse erzielen. ;-)

5 comments:

Julimond said...

Hallo Steffi.
Das ist ja eigentlich eine richtige Erleichterung. Keine Schablonen schneiden, keine Büroklammern, kein Heften...dankeschön dafür.
Ich habe mich immer gefragt, ob es reicht, nur den Vorstich zu machen, aber bei dir sieht man keine "lockeren" Nähte. Ich werde es ausprobieren, wenn ich eine Schablone bestellt habe.bzw, eine Pappschablone gebastelt habe.
Dankeschön fürs Tutorial.Werde ich mir abspeichern.
lg
Iris

Christine Feldstein said...

I did not try this method myself, but it seems very proper. I wonder why I am doing EPP! I prefer this kind of stitching than the one with the paper. Next time... maybe...

Steffi said...

Hallo Steffi,
ich nähe auch gerne mit der Hand, aber auf diese Idee bin ich noch nicht gekommen! Deine bebilderte Anleitung ist dir auch super gelungen!
LG Steffi

The Rabbit Factory said...

Excellent Post!

123-Nadelei said...

Eine Technik, die ich gerne auch mal probieren moechte, danke fuer die anschauliche Anleitung.
LG Ute